Mundatmung bei Kindern: Kann sie die Entwicklung von Zähnen und Kiefer beeinflussen?
Wenn Kinder bei einem Schnupfen vorübergehend durch den Mund atmen, ist das zunächst nicht ungewöhnlich. Bleibt der Mund jedoch auch tagsüber oder während des Schlafens häufig geöffnet, sollte dies genauer betrachtet werden. Denn Atmung, Zungenlage, Lippenhaltung und Kieferentwicklung stehen in einem funktionellen Zusammenhang.
Eltern können mögliche Anzeichen oft im Alltag erkennen. Dazu gehören ein häufig geöffneter Mund, trockene oder spröde Lippen sowie ein trockener Mund am Morgen. Manche Kinder schnarchen, schlafen unruhig oder wirken nach dem Aufstehen nicht richtig erholt. Auch hörbares Atmen, eine dauerhaft verstopft klingende Nase oder Schwierigkeiten, die Lippen entspannt geschlossen zu halten, können Hinweise sein. Einzelne Beobachtungen beweisen allerdings noch keine chronische Mundatmung. Entscheidend ist, ob sie regelmäßig und über längere Zeit auftreten.
Kieferorthopädie in Preetz: Mundatmung kann die Kieferentwicklung beeinflussen
Bei einer ungestörten Nasenatmung liegen die Lippen in Ruhe meist locker aufeinander. Die Zunge befindet sich überwiegend im oberen Mundraum und liegt großflächig am Gaumen an. Dadurch entsteht ein funktionelles Gleichgewicht zwischen Zunge, Lippen und Wangenmuskulatur.
Atmet ein Kind dauerhaft durch den Mund, kann sich diese Balance verändern. Der Unterkiefer wird häufig abgesenkt, die Lippen bleiben geöffnet und die Zunge liegt möglicherweise tiefer. Dadurch fehlt dem Oberkiefer unter Umständen der natürliche seitliche Druck der Zunge.
Studien zeigen Zusammenhänge zwischen anhaltender Mundatmung und bestimmten Veränderungen der Zahn- und Kieferentwicklung. Dazu gehören ein schmaler Oberkiefer, ein hoher Gaumen, Kreuzbisse, ein offener Biss oder ein vergrößerter Abstand zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen. Auch eine eher längliche Gesichtsentwicklung kann häufiger auftreten.
Mundatmung verursacht jedoch nicht zwangsläufig eine Kieferfehlstellung. Auch Veranlagung, Wachstum, Muskelaktivität und Gewohnheiten beeinflussen die Entwicklung. Sie ist deshalb als möglicher Risikofaktor innerhalb eines komplexen Zusammenspiels zu verstehen.
Die kieferorthopädische Praxis in Preetz informiert: Warum eine fachübergreifende Abklärung wichtig ist
Mögliche Ursachen sind vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln, Allergien, wiederkehrende Infekte, geschwollene Nasenschleimhäute oder anatomische Engstellen. Manchmal bleibt die Mundatmung auch als Gewohnheit bestehen, obwohl die ursprüngliche Behinderung bereits abgeklungen ist. Deshalb genügt es nicht, das Kind lediglich zum Schließen des Mundes aufzufordern.
Je nach Ursache können verschiedene Fachbereiche zusammenarbeiten. Die Kinder- und Jugendmedizin beurteilt den allgemeinen Gesundheitszustand. Die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde untersucht Nase, Rachen, Mandeln und Atemwege. Wir überprüfen in der Kieferorthopädie die Zahnstellung, die Lage und Breite der Kiefer sowie die Funktion von Lippen und Zunge. Ergänzend kann eine logopädische oder myofunktionelle Therapie sinnvoll sein, etwa um Zungenruhelage, Schluckmuster und Lippenschluss zu trainieren.
In unserer Kieferorthopädischen Fachpraxis Plathner-Wieck in Preetz betrachten wir daher nicht nur die Zahnstellung, sondern auch die begleitenden Funktionen. Eine frühzeitige Untersuchung bedeutet nicht automatisch, dass sofort eine Zahnspange notwendig ist. Sie hilft uns, Auffälligkeiten rechtzeitig zu erkennen und gemeinsam die passenden weiteren Schritte festzulegen.
